12.2.17

[ #geschichte ] Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh.

Er war kein Schürzenjäger sondern treu sorgender "Ehegatte". 

Wolf Dietrich von Raitenau (* 26. März 1559 in Schloss Hofen in Lochau am Bodensee; † 16. Jänner 1617 auf der Festung Hohensalzburg) glaubte von dem Tag an, als er noch als junger Domherr der schönen Salzburger Bürgerstochter Salome Alt begegnete, bis zu seinem Tod, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein konnte.
Kaum zu glauben, dass diese Frage uns heute noch beschäftigt. Salome Alt indessen war auch nie eine Mätresse des Fürsterzbischofs, sondern faktisch seine Frau, Dass der  Status der Lebensgefährtin nicht in eine Ehe gehoben wurde nur, weil das Zölibat eine Ehe verunmöglichte. Sie lebten aber dauernd zusammen und über eine als Schrank getarnte Tür wurden Salomes Gemächer mit den Fürstenzimmern verbunden.


Franziskanerkirche Salzburg: Hausfassade im Kirchenraum.
Sie strebte auch nicht nach persönlichem Glanz und Macht, stattdessen war sie dem Erzbischof stets eine treue Gefährtin und den Kindern eine gute Mutter.
Ein Bild von Camillo Procaccini (1551 – 1629), das die Grablegung Christi darstellt, zeigt Salome Alt im Vordergrund als Maria Magdalena. Wolf Dietrich stiftete dieses Werk dem Kloster Langnau, wo sich das Grab seiner Familie befand, von wo aus es später in die Dorfkirche des benachbarten Hiltensweiler (heute zu Tettnang, Baden-Württemberg) kam. Wikimedia
Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh. So beherbergt die Franziskanerkirche in Salzburg eine kleine Sensation und eine einmalige Liebeserklärung für Salome Alt und seine Familie: Der Fürsterzbischof ließ - um Salome Alt und seinen fünfzehn Kindern Zugang zum Gottesdienst zu gewähren - eine Hausfassade mit Fenstern in die Kirche einbauen, durch die Salome Alt und die Kinder an der Messe teilnehmen konnten. "Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh" kritzelte Erzbischof Wolf Dietrich noch an die Wände seiner Zelle in Hohenwerfen.



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