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25.10.16

[ #migration ] Flüchtlinge schützen auf Youtube

Millionen von Menschen sind weltweit auf der Flucht.

Warum sie fliehen mussten und wie sie Schutz vor Verfolgung und Krieg finden, zeigen diese Filme mit begleitenden Schulmaterialien. Das Bildungsmaterial Aufbrechen - Ankommen - Bleiben. Es bietet abwechslungsreiche Übungen und Hintergrundinformationen zu Flucht und Asyl.
Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
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11.10.14

[ #migration ] Wirtschaftsflüchtling Tilsiter

Der Tilsiter ist ein Ergebnis von Wanderungsbewegungen und Beispiel für die von den Wanderungsbewegungen ausgehende ökonomische und technologische Novation.

Wie der (nicht markengeschützte) Name Tilsiter sagt, stammt er aus Tilsit. Tilsit, heute Sowetsk in Russland, liegt am Zusammenfluss der Tilse mit der Memel und ist somit Grenzstadt nach Litauen. Im Jahre 1552 erhielt Tilsit das Stadtrecht. Die landwirtschaftliche Produktion war damals das Selbstverständliche. Mehrerer Orte im ehemaligen Ostpreußen, die heute in Litauen, Polen beziehungsweise Russland liegen, nannten sich Milchbude, was auf eine adelige landwirtschaftliche Nutzung hinweist. Es wurde also nicht nur Fleisch und Milich "gefördert" sondern die Milch auch weiter verarbeitet. Einen besonderen Auftrieb erhielt die Käseproduktion durch die Zuwanderung. Diese ist ebensowenig wie heute eine freiwillige. Immer sind es Flüchtlinge, die Wissen aus ihrer Heimat mitbringen und die angestammte Produktion und Technologie damit bereichern.


Mennoniten. Im Falle des Tilsiters wird auf die eingewanderten Holländer Mennoniten gebnaut, die in großen Mengen ihren „Mennonitenkäse“ vermarkteten.  Sie bauten Deiche und Kanäle und konnten auf diese Weise das Land für eine erfolgreiche Landwirtschaft nutzen. Die Mennoniten flohen ebenso wie die Salzburger Protestanten, welche die Käseproduktionsverfahren verbesserten.

Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen)
Salzburger Exulanten. Das Land Salzburg verlor durch die Ausweisung der Protestanten ein Fünftel seiner Bevölkerung. Zuerst mussten die nicht eingeborenen Salzburger, dann die Bessitzlosen das Land verlassen, Monate später auch die anderen. Das Einladungspatent des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I., welcher sich von der Migration schon damals zu Recht wirtschaftliche Prosperität versprach, gab ihnen eine neue Heimat: Rund 16.000 Salzburger kamen davon nach Ostpreußen. Viele starben allerdings bereits an den Anstrengungen der Flucht.

Das Emigrationspatent des katholischen Salzburger Erzbischofs vom 31. Oktober 1731 widersprach dem Westfälischen Frieden. Eine Ausweisung Andersgläubiger war im Fall Salzburgs zwar nicht prinzipiell illegal, aber ihre Ausgestaltung verletzte die Friedensbestimmungen eindeutig. Statt mindestens drei Jahren wurden Besitzlosen nur acht Tage Abzugsfrist gewährt, Besitzenden je nach Vermögen ein bis drei Monate. Die Umstände der Vertreibung erregten europaweit Unwillen. Besonders im protestantischen Deutschland gab es eine Flut an Publikationen zum Thema. Mittellose Bauern erhielten in Gumbinnen eine Hufe. Handwerker konnten ihrem Gewerbe in den Städten nachgehen. In der russischen Stadt Gussew (Gumbinnen) im ehemaligen Ostpreußen - rund 70 Kilometer von Tilsit entfernt, steht hgeute noch eine "Salzburger Kirche". Sie wurde 1752 errichtet, 1840 abgerissen und durch den berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel neu erbaut.


Schweizer Wirtschaftsflüchtlinge. Weitere Zuwanderer kamen aus der Schweiz. Diese wanderten aus wirtschaftlicher Not aus. Heute würde man sie abfällig als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnen. Fallende Agrarpreise nach dem Dreissigjährigen Krieg; Verschuldung und Konkurse in den 1690er Jahren; die Mangeljahre 1709-11 führten zur Flucht vor der Armut und einer Ausreisewelle nach Ostpreussen. Probleme in der Textil- und der Uhrenbranche in den 1770er Jahren; die kriegsbedingte allgemeine Verarmung zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten zur Auswanderung nach Russland.. Gerade Mokeeispezialisten waren gefragte Exilanten.

Noch im Jahr 1913 findet man im Adressbuch des Kreises Tilsit häufig die Berufsbezeichnung "Schweizer", ja auch "Oberschweizer" und "Unterschweizer". Die Bezeichnung meinte nicht mehr die Herkunft sondern den Beruf des Melkers. Mit der Rückkehr Schweizer Auswanderer Otto Wartmann und Hans Wegmüller kam auch das Original Tilsiter-Rezept in die Schweiz. Ab dem Jahr 1893 produzierten die beiden den nun in die Schweiz "eingewanderten" Käse im Thurgau.

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11.6.14

[ #architektur ] Kulturtransfer dank Migration.

Ungeachtet ihrer enormen Bedeutung behandelte die österreichische Kunsthistoriographie die austroitalienischen Künstler lange Zeit stiefmütterlich. 

Irregeleitet von der engstirnig aufgefassten Kunstnationalität hielt unsere Forschung die Jahrhunderte zwischen der deutschen Renaissance und dem Auftreten der Künstlergeneration von Fischer von Erlach, Andreas Schlütter oder Johann Michael Rotmayr für eine dunkle Periode, die man nur mit Verlegenheit behandelte. Die Bedeutung der italienischen Künstler für die Verbreitung des antiken Erbes sowie der mediterranen Kultur in den Ländern nördlich der Alpen kann kaum hoch genug geschätzt werden.



Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts strömten italienische Künstler nach Österreich. Am Anfang wurden sie in dem seit 1529 unmittelbar von der Expansion des osmanischen Reiches bedrohten Land vor allem als Baumeister von Befestigungsanlagen geschätzt. Bald konnten sie sich auch im Bereich der "architectura civilis" und in allen anderen Kunstgattungen durchsetzen. Vorteilhaft und von grundlegender Bedeutung für ihren Erfolg zeigte sich auch die um sich greifende und alle Gesellschaftsschichten erfassende "italianità" der frühneuzeitlichen Gesellschaft. Die "italianità" setzte sich in der Literatur, in der Musik, im Theater, in der Architektur und in der bildenden Kunst durch und wurde zur universellen Sprache des politisch und konfessionell gespaltenen Kontinents.


Der italienische Künstlerstrom nahm während des 17. Jahrhunderts gewaltig zu und gipfelte vor der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683. Damals hatten die italienischen Künstler in unseren Ländern eine unumstrittene Vormachtsstellung. Vor den anrückenden Türken verließen jedoch manche in Wien ansässigen Italiener 1683 das Land und kehrten nicht mehr zurück. Ihre Monopolstellung in der österreichischen Kunstszene war gebrochen und wurde nicht mehr wiederhergestellt. Seit dem 18. Jahrhundert beeinflussten neben der "italianità" zunehmend Impulse aus Paris die österreichische Kultur und später setzte sich in Mitteleuropa die angloamerikanische Globalkultur der Gegenwart durch.

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3.6.14

[ #migration ] Hoflakaien und Kammertürken.

Der Bildhauer Christian Daniel Rauch, der seine Karriere als preußischer Hoflakai in Potsdam begann und von Königin Luise besonders gefördert wurde, verbrachte seine letzten zwei Lebensjahre im Freihaus des "Kammertürken Hassan" in Berlin Schloßstraße 6. Daneben (Schloßstraße 4) befand sich das Freihaus des "Kammertürken Aly".

Friedrich I. von Preußen hatte für seine zweite Frau, Sophie Charlotte (Charlottenburg), zwei gefangen genommene Türken, Aly und Hassan, aus der siegreichen Schlacht bei Ofen im Zuge des Kriegs gegen das Osmanische Reich im Jahre 1686 als Leibdiener verpflichtet, nachdem diese zum Christentum konvertiert waren.Hier heiratete er 1694 die Beutetürkin Maruscha, die wie er zum Christentum konvertiert war und nun die Taufnamen Sophie Henriette Elisabeth trug.

Als Kammertürke Sophie Charlottes, die seit 1699 im Schloss Charlottenburg residierte, erhielt Aly ein stattliches Jahresgehalt von 366 Talern und das Freihaus an der Charlottenburger Schloßstraße 4. Die Besitzer der Freihäuser waren landesunmittelbar, sie hatten wie auch alle Bewohner des entsprechenden Gebäudes ihren Gerichtsstand vor dem Landgericht und waren von den städtischen Steuern befreit. Als die Königin 1705 in Hannover starb, galt ihr letzter Gruß den beiden Kammertürken: "Adieu Aly! Adieu Hassan!".


Friedrich Wilhelm I., der spätere "Soldatenkönig", Sohn von Sophie Charlotte, reformierte nach seinem Regierungsantritt 1713 das höfische Leben, ganz nach dem auch heute gültigen Motto der Sparpolitiker, bezahlte Arbeit in Ehrenamt zu wandeln. Er strich Hofbeamte, die er entlassen wollte, stillschweigend aus der Liste, "ließ sie aber ihre Dienste ruhig weiter verrichten und ihre Entlassung nur daran merken, dass ihnen ihr Gehalt gesperrt wurde". Der höfischen Privilegien beraubt, verkaufte Aly 1715 sein Haus in der Schloßstraße und starb 1716. Hassan, in dessen Freihaus Christian Daniel Rauch wohnte, beklagte in mehreren Eingaben an den König, dass er noch immer in Königlichen Diensten stehe, aber seit langer Zeit keine Besoldung mehr erhalten habe 1728 starb Hassan im Alter von 56 Jahren. 1730 verkauften die Erben das Haus.


Götz Haydar Aly. Der Urenkel des "Kammertürken Aly" Ernst August Wilhelm Aly (1768–1825) wurde Lehrer am Friedrichs-Waisenhaus und Pfarrer der reformierten Gemeinden in Jerichow und Ziesar. Spätere Nachkommen sind der Altphilologe Gottfried Friedrich Aly, der Architekt Heinrich Tscharmann und der Historiker Götz Haydar Aly (* 3. Mai 1947 in Heidelberg). Das zentrale Thema seiner wissenschaftlicher Arbeit ist die Geschichte des Holocaust. 2012 wurde er mit Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet.Davor 2002 mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Berlin, und 2003 mit dem Marion-Samuel-Preis der „Stiftung Erinnerung Lindau“. 2007 erhielt er das deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande. Besonders verdienstvoll ist seine historiographische Aufarbeitung des 1968er-Mythos: Den anti-bürgerlichen Impetus, die Gewaltbereitschaft, den Antiamerikanismus, den latenten Antisemitismus, das Ausblenden von Kritik an linken Diktatoren.

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