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4.5.14

[ #design ] Was tragen Sie im Bett?: "Just a few drops of N°5"

Gabrielle Chanel (1883-1971) mit dem Künstlernamen "Coco" bringt am 5. Mai 1921 das Parfum "Chanel N°5" auf den Markt. Das ehemalige Waisenhauskind schafft aber mehr als nur Parfum: Das schlichte Flakon mit dem unprätiösen Namen ist eine kleine Revolution im Design. Neuerungen von Coco Chanel haben sich bis heute gehalten.

Neues Frauenbild. Coco Chanel  (* 19. August 1883 in Saumur, Pays de la Loire; † 10. Januar 1971 in Paris), die den Kurzhaarschnitt, Frauenhosen, Sportlichkeit und so bequeme wie elegante Kleidung in Mode brachte, war Zeit ihres Lebens eine Verfechterin weiblicher Modernität.


Neues Marketing. Ein schlichter, zeitloser Name, eine ebensolche Verpackung: Als Coco Chanel im Jahre 1921 ihren Duft N° 5 vorstellte, verzichtete sie bewusst auf einen exotisch oder verführerisch klingenden Namen – nicht ahnend, dass sie damit ein Synonym für luxuriöse Damenparfums schaffen würde. Ohne dafür unter Vertrag zu stehen, leistete Marilyn Monroe vermutlich den größten Werbebeitrag für das Parfum: Die US-Schauspielerin antwortete 1955 auf die Frage, was sie im Bett trage, mit den Worten: "Einige Tropfen Chanel N° 5."  (What do you wear to bed? - Just a few drops of N°5 ).


Neues Design. Doch was wäre "N° 5" ohne das richtige Outfit? Revolutionär war auch der eckige Flakon (fla'koñ, frz., geschliffenes Glasfläschchen, Parfümfläschchen). Gegen die zierlichen Fläschchen, die als Parfumbehälter damals auf dem Markt waren, musste das markante und zugleich erstaunlich schlichte Flakon bahnbrechend wirken.



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1.5.14

[ #mode ] Aus Alt mach Neu: Die Tracht als Arierausweis


Mode im vornazistischen Deutschland war nicht nur Pariser Mode sondern doch originär deutsche. Die Nazimode war nur bunt aus Mangel.

In den 30er Jahren gewinnt der Einfluss des jungen Mediums Film, das durch den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm immensen Aufschwung erhält, zunehmend an Bedeutung auf die Mode. Die Modewelt geht sehr früh eine Symbiose mit Bühne und Film ein. Nicht selten fungieren prominente Schauspielerinnen und Schauspieler als Modelle.


Der Kult um die Leinwandstars prägt Moderichtungen und kreiert Idealtypen. In den dreißiger Jahren blüht die Modeindustrie in Deutschland, insbesondere in Berlin. Es sind Modelle von Couturiers wie Manheimer, Gerstel, Gerson-Prager-Hausdorff oder Max Becker.


Viele Mode-Häuser befinden sich bis zu Hitlers Machtergreifung 1933 in jüdischem Besitz. 1934 werden bei Modeschauen zum letzten Mal Entwürfe jüdischer Mode-Häuser gezeigt. In der Pogromnacht wurden 1938 aus den Modehäusern die Kleiderständer gezogen und die Kleider verbrannt; die jüdischen Konfektionäre vertrieb oder ermordete man.

Trachtenverbot. Im Juni 1938 erließ der Salzburger Polizeidirektor ein Trachtenverbot für die Juden in Salzburg, in dem es heißt: "Juden ist im Bereich der Polizeidirektion Salzburg das öffentliche Tragen von alpenländischen (echten oder unechten) Trachten wie Lederhosen, Joppen, Dirndlkleidern, weißen Wadenstutzen, Tirolerhüten usw. verboten. Übertretungen werden mit Geldstrafen bis 133 Reichsmark oder Arrest bis zu zwei Wochen bestraft." In einer Redaktionsnotiz zum Verbot schrieb das "Salzburger Volksblatt": "Diese Verfügung wird zweifellos von allen Kreisen begrüßt werden, die es seit langem hatten hinnehmen müssen, dass z.B. das Dirndl geradezu als ein jüdisches Nationalkostüm erschien. Hoffentlich kann bald auch der Gebrauch deutscher Vornamen verwehrt werden, wie es in jüdischen Kreisen derart häufig war, als wenn Siegfried und Siegmund ihre Heimat in Palästina gehabt hätten."

Aus Alt mach Neu. Der Krieg und die damit verbundene Mangelwirtschaft veranlasste die Nationalsozialisten zudem auch im Textilbereich eine Lenkung herbeizuführen. Änderungen der Kleider waren an der Tagesordnung, die Frauen waren angewiesen auf Tipps "Aus Alt mach Neu". Die häufige Zweifarbigkeit der Kleider führte daher, dass die wenig vorhandenen Stoffe kombiniert werden mussten.

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