Posts mit dem Label [ #literatur ] werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label [ #literatur ] werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

12.8.23

[ #literatur ] Schulreform: Am Beispiel "Nils Holgersson" - Schriftsteller als Schulbuchautoren!


Für ihr Erstlingswerk Gösta Berling (1891, eine Läuterungsgeschichte eines Pfarrers, der wegen Trunkenheit seines Amtes enthoben wird) bekam Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur der Schwedischen Akademie, deren erstes weibliches Mitglied sie 1914 wurde und ist damit neben Astrid Lindgren Schwedens berühmteste Autorin. 

Dieser Roman und das Kinderbuch Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (1906/1907) begründeten ihren Ruhm weit über Schweden hinaus, wurden doch ihre Werke in mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Was wenige wissen: Selma Lagerlöf schrieb diesen Entwicklungsroman als Auftragsarbeit für den schwedischen Volksschullehrerverband. Faul, frech und träge ist Nils Holgersson, kein "liebes Kind". Hartherzig und böse macht er seinen Eltern wenig Freude. Eine untypische Hauptfigur für ein Schulbuch. Selma Lagerlöf schrieb das Buch als Lesebuch für die Schule, um den Schulkindern die Landeskunde Schwedens nahezubringen.


Nils Holgersson Opening in Deutsch - You Tube

Die Schriftstellerin engagierte sich nach dem Ersten Weltkrieg als überzeugte Pazifistin. Das weiß heute kaum jemand mehr. In dem Roman »Das heilige Leben« (1918) hat sie folgende Sätze geschrieben: »Denn was wissen wir? In ein paar Jahren kann die Erinnerung an den Kummer, an die Schmerzen und die Verwüstung dieses Krieges schon vergessen sein, und wenn dann neue Menschen kommen, können sie wieder frohen und mutigen Herzens in den Kampf hinausziehen. Auf uns kommt es jetzt an, ob wir den Menschen einen Ekel vor dem Krieg einflößen und ob wir ihnen diesen so fest einprägen, daß ihn keine Reden von Ehre und Heldentaten mehr aus ihren Herzen verdrängen können.«

Sie engagierte sich auch in der Frauenbewegung: 1911 trat sie als Rednerin bei einem internationalen Frauenkongress in Stockholm auf und präsentierte sich als Nobelpreisträgerin und Gutsbesitzerin, der nichtsdestotrotz das Wahlrecht verweigert war. Von 1933 an beteiligte sich die Autorin an Hilfsaktivitäten für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. 1939 wandten sich Freunde mit der Bitte an sie, der jüdischen Lyrikerin Nelly Sachs (1891-1970) und deren Mutter in letzter Minute zur Flucht aus Deutschland zu verhelfen. Die über 80-jährige Lagerlöf war schon zu krank, aber Nelly Sachs' Flucht mit der Mutter gelang dennoch. Die Deutsche blieb in Schweden und bekam 1966 ebenfalls den Nobelpreis.

Kurzbio. Selma Lagerlöf wurde am 20. November 1858 auf dem kleinen Gutshof Mårbacka in der Provinz Värmland in Westschweden geboren. „Der lang gestreckte See, die reiche Ebene und die blauen Berge“ ihrer Heimat sollten den Schauplatz ihres ersten Romans, Gösta Berling (1891, dt. 1896), bilden.

Mit dem Roman Jerusalem (1901-02, dt. 1902) über Bauern, die nach einer religiösen Erweckung ihre Höfe verkaufen, um nach Jerusalem zu ziehen, wurde sie weltberühmt. Für die schwedische Volksschule schrieb sie das in zwei Bänden erschienene Lesebuch Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (1906-1907, dt. 1907-1908). Es wurde in sechzig Sprachen übersetzt und liegt in mehreren deutschen Übersetzungen und Kürzungen vor. Die Illustrationen für die deutsche Ausgabe von Wilhelm Schulz erschienen zum ersten Mal 1909.

Als erste Frau erhielt Selma Lagerlöf 1909 den Nobelpreis für Literatur; 1914 wurde sie auch als erste Frau Mitglied der Schwedischen Akademie.  Ihre beträchtlichen Einnahmen aus dem In- und Ausland wurden größtenteils verwendet für den Umbau ihres Elternhauses Mårbacka in das herrschaftliche Haus, das wir heute kennen, und für die Unterstützung Bedürftiger. Ihre großzügige Wohltätigkeit auch auf internationaler Ebene,  vor allem nach dem Ersten Weltkrieg, soll in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden.

Selma Lagerlöf starb am 16. März 1940 im Alter von 81 Jahren auf Mårbacka.


[text4tube⇒]

20.4.23

[ #literatur ] Lenz von Georg Büchner

Symbolbild
Die Erzählung auf vorleser.net schildert die tragische Geschichte des psychisch erkrankten Sturm-und-Drang-Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz.

Lenz.  Am 8.2.1778 verfasst Johann Friedrich Oberlin  einen Rechtfertigungsbericht über den zwanzigtägigen Aufenthalt, den der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz soeben bei ihm in Waldbach im elsässischen Steintal verbracht hatte. Eine Abschrift dieses Berichtes dient Büchner seit dem Frühjahr 1835 als Konzeptionsvorlage für seine Erzählung.


Eine weitere Quelle sind die kritikbehafteten Alterserinnerungen an J. M. R. Lenz  von Johann Wolfgang Goethe in der Autobiographie "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit". Sie dienen  als Information über die historische Erscheinung des Lenz, aber vor allem als Anstoß und Bezugspunkt für die darstellerische Reflexion des Falles. Eine letzte Quelle stellen die erbaulichen Schriften des französischen Trivialautors Paul Merlin dar, der lediglich aus Liebhaberei und persönlicher Verehrung für Oberlin schriftstellerte.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 [text4tube
⇒] 

16.1.23

[ #vorarlbergensia ] Rudolf von Ems

 


Rarität: Die zehn Gebote aus der Weltchronik des Rudolf von Ems als mp3 zum Anhören. 


Rudolf von Ems ist vor allem der erste namentlich genannte  Dichter Vorarlbergs, der erste Ich-Erzähler und der erste, der statt eines Adeligen einen Bürger zum Helden machte. Er gilt als einer der gelehrtesten Autoren mittelhochdeutscher Sprache. Zwischen 1220 und 1254 dichtete er und war einer der fruchtbarsten Dichter seiner Zeit. Urkundlich jedoch lässt er sich leider nicht nachweisen.


Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
 [ #text4tube ⇒]     

5.5.22

[ #literatur ] Die menschliche Kälte als Literatur


Das kalte Herz ist mehr als "nur ein Märchen" aus dem schwäbischen Schwarzwald.


Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 

 [ #text4tube ⇒] 

18.8.21

[ #literatur ] Susi Weigel: Die Kinderbuchzeichnerin aus dem Städtle


Schwer vorstellbar, dass Susi Weigel bei der Illustration von "Das Städtchen Drumherum" nicht an das "Städtle" Bludenz dachte.

Wer kennt die Bücher von Mira Lobe nicht? Wie heißt doch eines davon: "Das Städtchen Drumherum". Oder der Kinderbuch-Klassiker vom kleinen Stofftier, das vielen Tieren ähnlich sieht, aber keinem gleicht - bis es erkennt: Ich bin nicht irgendwer, ich bin ich. Wer aber kennt die Illustratorin fast aller ihrer Werke? Es ist - kaum zu glauben - eine Bludenzerin: Susi Weigel aus Bludenz! Sie blieb ihrer Wahlheimat Bludenz auch treu zu einer Zeit, als Illustrieren noch keine Telearbeit war.

Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 

 [text4tube⇒] 

17.8.21

[ #literatur ] Dostojewskij und die Macht des Geldes

[Free Audiobook] Nicht nur die reaktionären Verhältnisse, auch die Schulden verjagten Dostojewskij aus Russland und zwangen ihn oft zu emsiger literarischer Arbeit.

Ein Werk, das wir Dostojewskijs Spielschulden in Baden-Baden verdanken, ist der nur in der Zeit zwischen dem 4. und 29. Oktober 1866 geschriebene Roman "Der Spieler".

Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!
 [text4tube⇒] 

23.12.20

[ #literatur ] Weihnachten, Ostern und Pfingsten zusammen: Adalbert Stifters Bergkristall

Symbolbild
Bergkristall – (Der heilige Abend) ist eine Erzählung von Adalbert Stifter (1845/1853).

Die Erzählung Bergkristall erschien erstmals 1845 in der Zeitschrift Die Gegenwart und trug hier noch den Titel Der heilige Abend. 1853 fand sie dann in überarbeiteter Fassung unter dem Titel Bergkrystall (dann: Bergkristall) Eingang in die Sammlung Bunte Steine. Die Erzählung soll durch ein Bild des Stifter-Freundes Friedrich Simony inspiriert worden sein, das in eine Höhle geflüchtete Kinder zeigt. Auch traf er in Hallstatt ein Kinderpaar, das beim Erdbeerensammeln von einem Unwetter überrascht worden war und unter einem Felsen Schutz gesucht hatte.

[YouTube] ⇒ Adalbert Stifter

Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 

  [text4tube]⇒ 

30.5.20

[ #literatur ] Ringelnatz reimt


Auch wenn es nur ein Retrodigitalisat ist, man meint das Originalbändchen von Rowohlt in der Hand zu haben, das nun ja schon über 80 Jahre alt ist. 

Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Bötticher, * 7. August 1883 in Wurzen bei Leipzig; † 17. November 1934 in Berlin), Sohn des Schriftstellers Georg Bötticher, war ein deutscher Schriftsteller und Maler. Das Pseudonym Joachim Ringelnatz gab sich der Künstler selbst vermutlich nach dem seemännischen Ausdruck "Ringelnass" für das glückbringende Seepferdchen, möglicherweise aber geht es jedoch auf seine Zeit 1918 als Leutnant bei der Küstenbatterie Seeheim zurück, wo er Ringelnattern fing.


Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 [ #FREIHANDbuch ]⇒

13.4.20

[ #literatur ] Die erniedrigten Frauen Trojas im Frühexpressionismus


1913, kurz bevor Österreich-Ungarn in den Ersten Weltkrieg taumelte, schrieb der junge österreichisch-ungarische /tschechische Lyriker Franz Werfel seine Nachdichtung der Troerinnen.

Ohne die Handlung der euripideischen Tragödie zu verändern, aber mit dem Wissen um über zweitausend Jahre abendländische Geschichte, überträgt Werfel die Trauer der erniedrigten Frauen in die ekstatische Sprache des Frühexpressionismus. Werfels Nachdichtung der "Troerinnen" erschien 1914, wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, erstmals gedruckt. Die Uraufführung fand 1916 in Berlin statt, die erste Wiener Aufführung 1920 im Burgtheater. Für die Burgtheateraufführung schrieb Werfel einen neuen Prolog, der seine Erfahrungen im Weltkrieg widerspiegelt.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 [FREIHANDbuch]⇒  

12.9.17

[ #literatur ] Ein Spaziergang durch die Wiener Literaten Cafés

Die Website "Literaten Cafés- ein Spaziergang durch das Wien der Jahrhundertwende" entstand im Zuge der Erstellung des interaktiven Lernpakets "Literatur in der Wiener Moderne" und verknüpft Teile aus dem Lernpaket mit Informationen aus AEIOU, dem österreichischen Kultur-Informationssystems des bm:bwk.

Die Stammgäste kennt hier jeder: Peter Altenberg, Josef Roth, Alfred Kerr, Stefan Zweig, Arthur Rimbaud, André Gide, Jean Genet, William Faulkner, Henry Miller, Ernest Hemingway, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Anna Seghers, James Joyce, Albert Camus, Michel Deguy, Sándor Petöfi, György Konrád, Franz Kafka ... Die Caféhäuser sind ihre Wohn- und Arbeitszimmer und mache haben es zur Legende, zum Mythos gebracht: In Paris das de Flore, les Deux Magots, la Rotonde, de la Paix; in Wien das Hawelka, Central, den Herrenhof oder das Griensteidl; in Budapest das Gerbeaud, Eckermann oder Ruszwurm...


"Literaten Cafés" bietet die Möglichkeit eines Spaziergangs durch einen kleinen, aber bedeutsamen Ausschnitt der Haupt- und Residenzstadt der Habsburger Monarchie. Dieser Weg verbindet traditionsreiche Cafés im Wien der Jahrhundertwende. Ein mit Texten, Bildern und Strauß-Musik garnierter Spaziergang durch das Wien der Jahrhundertwende auf den Spuren der Kaffeehaus-Literaten durch einen Teil des 1. Bezirks der im Norden von der Universität, im Osten vom Michaelerplatz, im Süden vom Burgtor und im Westen vom Volkstheater begrenzt wird. Auf dem Weg können fünf Hauptschauplätze besichtigt werden. Dort finden sich aktuelle und historische Fotografien, allgemeine Informationen und passende Textausschnitte, verfasst von bekannten Literaten der Wiener Moderne, sowie Hörbeispiele des Vienna Walzer Orchestra.

                Peter Altenberg : Dialog
                Er und sie sitzen auf der Bank in einer Lindenallee.
                Sie : Möchten Sie mich küssen?!
                Er : Ja, Fräulein---.
                Sie : Auf die Hand--?!
                Er : Nein, Fräulein.
                Sie : Auf den Mund--?!
                Er : Nein, Fräulein.
                Sie : Oh, Sie sind unanständig--!
                Er : Ich meine „auf den Saum Ihres Kleides!“

[text4tube⇒]

25.1.17

[ #literatur ] Unter Männern: Lou Andreas-Salomé

Der Mann könne, im Gegensatz zur Frau, all seine Lebensenergie in ein Projekt ausserhalb seiner Selbst investieren; die Frau jedoch betrachte das Leben ganzheitlicher, sei im Vergleich zum Mann also vielmehr ein Baum, der nach Tiefe strebe, statt nach Weite. 


Aber nicht nur über die Unterschiede zwischen Mann ud Frau geht es Lou - auch um deren Interaktion.
Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
[text4tube⇒]

27.12.16

[ #fiction ] 20.000 Meilen unter dem Meer

20.000 Meilen unter dem Meer, französischer Originaltitel Vingt mille lieues sous les mers, ist ein 1869–1870 erschienener Roman des französischen Schriftstellers Jules Verne.

Der Roman ist vorgeblich ein Erlebnisbericht des französischen Professors Pierre Aronnax, Autor eines Werkes über „Die Geheimnisse der Meerestiefen“. Auf einer Expedition zur Klärung einer Reihe rätselhafter Schiffsunglücke, die von einem Unterwasserfahrzeug oder Seeungeheuer gekentert worden sein sollen, wird das fragliche Objekt gesichtet. Im Verlauf der anschließenden Verfolgungsjag werden Aronnax, sein Diener Conseil und der kanadische Harpunier Ned Land ins offene Meer gespült, finden aber letztlich auf der Oberfläche des vermeintlichen Seeungeheuers festen Boden unter den Füßen. Es stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um ein eisenbeschlagenes Unterseeboot handelt. Nach einiger Zeit öffnet sich eine Luke und die drei Männer werden von Mannschaftsangehörigen des Gefährts in eine Zelle geführt, später dem Kapitän vorgeführt, der sich dann als „Nemo“ − lateinisch für „Niemand“ – vorstellt.

Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

[ #FREIHANDbuch ]⇒

23.1.16

[ #literatur ] Migrationsgeschichten: Ein Mohrenkind als Erneuerer der russischen Literatur

Alexander Sergejewitsch Pushkin  (* 6. Juni 1799 in Moskau; † 10. Februar 1837 Sankt Petersburg) wurde als zweites Kind des Beamten am Moskauer Kommissariat Sergej Lvovich Pushkin und seiner Ehefrau Nadezhda Osipovna (geb. Ganibal) geboren.

Die Familie entstammt altem russischem Adel und war durch verwandtschaftliche Beziehungen eng mit den Traditionen des alten Moskau vor 1812 verbunden.


Mütterlicherseits war er mit dem abessinischen "Mohren Peters des Großen" Abram Petrovich Ganibal (Hannibal) verwandt, eine Tatsache, die sowohl in bezug auf das Äußere des Dichters als auch auf charakterliche Merkmale häufig Erwähnung und Interpretation findet. Unter den Pagen von Zar Peter des Großen befand sich eine Zeit lang ein junger Schwarzer namens Abraham Petrowitsch Hannibal («der Mohr des Zaren»). Abraham Petrowitsch Hannibal  war der Urgroßvater mütterlicherseits und war vom Gesandten Graf Tolstoi in Konstantinopel gekauft und elfjährig mit Zar Peter dem Großen  als Paten und der Königin von Polen als Patin in Vilnius getauft worden, dann in den Dienst des Zaren getreten und hatte ihn auf Anhieb durch seine Freundlichkeit und seine Intelligenz bezaubert.


[text4tube⇒]

20.1.16

[ #geschichte ] Stroh statt Kopf: Deutsche Burschenschafter mit uniformer Fasnachtskostümierung

Bis in die heutigen Tage hält sich ausgerechnet der feige Mörder und Bücherverbrenner Karl Ludwig Sand, als "Revolutionär". Am 20. Mai 1820 wurde er in Mannheim enthauptet.

Sein Attentat beförderte im Übrigen seine vorgegebenen Ideen nicht, sondern gab Anlass und Begründung zu freiheitsengenden Maßnahmen: Todesstrafe, eine allgemeine Pressezensur, Berufsverbot revolutionär gesinnter Lehrkräfte, die staatliche Überwachung der Universitäten und die Einrichtung einer Zentraluntersuchungskommission. Die Perversion aber:
Mit der damit bewirkten gesamtdeutschen Diktatur ist der von den Burschenschaftern geforderte "Einheitsstaat" bereits ein gut Teil Wirklichkeit gewordenen, traurige Wirklichkeit.
Auch nachfolgende gewaltbereite Politikbewegungen haben im Prinzip dieselbe Erfahrung machen müssen, wenngleich sie aus dem "Fall Sand" doch hätten lernen können. Aber wenn Gewalt in Sprache und Tat das Denken beherrscht, dann ist die Vernunft immer fern.


Ein Volk aus schlagenden und trinkenden Bierbäuchen. Die Burschenschaften sind bis heute im Kern reaktionär bis faschistoid geblieben, auch wenn sie sich selber in "konservative" und "liberale" unterscheiden. 1996/97 wurde eine der radikalsten Verbindungen des gesamten Verbandes, die Olympia Wien, zur Vorsitzenden Verbindung des Jahres 1996/97 gewählt.

In den 1960er Jahren war die Olympia Wien in Österreich verboten, weil sie für eine Serie von Bombenanschlägen auf italienische Einrichtungen in Südtirol in Verbindung gebracht wurde. Während ihres Verbandsvorsitzes 1989/90 schlug sie unter anderem vor, die Wiedervereinigung Deutschlands auf die Annexion Österreichs und großer Gebiete Polens "auszuweiten". Noch 2005 feierte man den pathologischen Mörder Karl Ludwig Sand dort als Vorbild mit "Kühne Tat (sic!) lebe! Frei ist der Bursch!" - Denn, "Der Geist lebt in uns allen, und unsre Burg ist Gott!" !


[text4tube⇒]

11.1.16

[ #geschichte ] Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen

"Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird." 
(Bertolt Brecht, "Flüchtlingsgespräche", 1940)


Bert Brechts Biografie ist seit 1933 eine Biografie eines Exilanten. Wiewohl Brecht anfangs ständig damit rechnet, dass das Exil nur von kurzer Dauer sein wird, so erkennt er doch viel rascher als andere, wenn es Zeit ist, ein Land zu verlassen und lässt sich nicht auf nicht abschätzbare Risken ein. Aber noch 1939 - immerhin ist er schon 6 Jahre im Exil - schreibt er:

Schlage keinen Nagel in die Wand           
Wirf den Rock auf den Stuhl           
Warum vorsorgen für vier Tage?           
Du kehrst morgen zurück.


[text4tube⇒]

14.10.15

[ #literatur ] Mahagony-Serie


[Free eBook / eText] In den dreißiger Jahren folgten die sechs Bände der brutal realistischen Mahagony-Serie (von "Der Karren" bis "Ein General kommt aus dem Dschungel") über die Ausbeutung der Indios in den Holzfällerlagern in Chiapas, Südmexiko. Die Bücher können kostenlos als eText oder als PDF heruntergeladen werden.


Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!
[text4tube⇒]

17.8.15

[ #frauen ] Die GESTAPO als Biograf. Else Lasker-Schüler , geboren in Theben ...

Eine knappere Biografie als das Ausbürgerungschreiben der GESTAPO vom 14. Juli 1938 ist kaum möglich und hebt in der Negation die vielen Verdienste von Else Lasker-Schüler geradezu hervor. 

Nur sie selbst hat in einer Kurzbiographie für die Lyrikanthologie "Menschheitsdämmerung" von Kurt Pinthus eine noch kürzere und wie es ihre Art war, mystisch verschlüsselt, geschrieben:

"Ich bin in Theben geboren, wenn ich auch in Elberfeld zur Welt kam im Rheinland. Ich ging elf Jahre zur Schule, wurde Robinson, lebte fünf Jahre im Morgenland und seitdem vegetiere ich."


Die GESTAPO als Biograf:

Geheime Staatspolizei
Berlin SW 11, den 14. Juli 1938.
Geheimes Staatspolizeiamt
Prinz-Albrecht-Str. 8

An den Reichsführer SS
und Chef der Deutschen Polizei
im Reichsministerium des Innern
Referat S-PP (II B9)
in Berlin

Betrifft: Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit der jüdischen Emigrantin Else Lasker geb. Schüler gesch. Levin,11.2.1869 in Wuppertal-Elberfeld geboren, letzter inl. Wohnsitz: Berlin, Motzstr. 78, jetziger Aufenthalt: Zürich.
Vorgang: Ohne.
Anlagen: 3 Durchschriften

Die jüdische Emigrantin Else Lasker besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie war die typische Vertreterin der in der Nachkriegszeit in Erscheinung getretenen "emanzipierten Frauen". Durch Vorträge und Schriften versuchte sie, den seelischen und moralischen Wert der deutschen Frau verächtlich zu machen.

Nach der Machtergreifung flüchtete sie nach Zürich und brachte dort ihre deutschfeindliche Einstellung durch Verbreitung von Greuelmärchen zum Ausdruck. Ihre schriftstellerische Tätigkeit setzte sie fort und veröffentlichte Artikel in dem berüchtigten deutschfeindlichen "Pariser Tageblatt". Ferner gab sie Schriften in dem deutschfeindlichen Verlage "Oprecht" in Zürich, dessen gesamte Produktion auf der Liste des schändlichen und unerwünschten Schrifttums steht, heraus.

Ich beantrage daher, der Jüdin Else Lasker die deutsche Staatsangehörigkeit abzuerkennen. Eine Vermögensbeschlagnahme und Verfallerklärung erübrigen sich, da Vermögenswerte im Inlande nicht festgestellt werden konnten. Eine Erstreckung der Ausbürgerung auf Familienangehörige kommt nicht in Betracht, da die Lasker, die 2 mal verheiratet war, von ihrem letzten Ehemann rechtskräftig im April 1913 geschieden worden ist. Der aus der Ehe hervorgegangene Sohn Paul Lasker, 24.8.99 in Berlin geboren, ist bereits im September 1923 nach Wien verzogen. Nachteiliges über ihn ist nicht bekannt geworden.

Im Auftrage:
gez. Keller

[text4tube⇒]