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25.6.20

[ #ethnologie ] Mohren


1784 eröffnete Herr Josef Mohr in Dornbirn eine Gaststätte mit angeschlossener Brauerei, benannte das Haus "Zum Mohren" und verwendete hierfür das Familienwappen, welches einen "Mohren" abbildete. 

Auf dem Flaschenetikett prangt über dem Namenszug "Mohren" der Scherenschnitt eines Kopfes, der allen "Schwarzen-Klischees" entspreche: enorm wulstige Lippen, krauses Haar, affenartige Gesichtszüge, markante Nase. Freilich hatte der Josef Mohr wohl kaum einen wirklichen "Mohren" je zu Gesicht bekommen, wiewohl es ja doch bereits ein paar seltene Anlassfälle - wie wir heute wissen - gegeben hätte.

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4.4.20

[ #musik ] Susan Bauer: Von der Khupe zum KlezKamp


[Free eBook] Klezmer (jiddisch, von hebräisch כלי זמר, kle zemer, „Musikinstrument“) ist eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition. 

Etwa um das 15. Jahrhundert  entwickelten klezmorim genannte Volksmusikanten eine Tradition weltlicher, nichtliturgischer jüdischer Musik. Sie orientierten sich an religiösen Traditionen, die bis in biblische Zeiten zurückreichen; ihre musikalische Ausdrucksweise entwickelte sich indessen weiter bis in die Gegenwart. Das Repertoire besteht vor allem aus Musik zur Begleitung von Hochzeiten und anderen Festen.
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19.6.18

[ #musik ] Throatsinging: Free mp3 - Tuwinische Khöömei + Kargyraa

Tuvan Musikergruppe "Alash Ensemble" in der Russischen Botschaft in Washington 4/2018
Die Republik Tuwa ist eine zur Russischen Föderation gehörende autonome Republik im südlichen Teil von Sibirien.

Tuwa liegt im Süden Russlands an der nordwestlichen Grenze der Mongolei und ist eingerahmt von den Gebirgen Westlicher Sajan im Norden, Tannu-ola im Süden und dem Altai im Westen. Wichtigster Fluss ist der Jenissei, dessen rechter Quellfluss Großer Jenissei (Bii-Chem) in der Republik entspringt. Dieser vereinigt sich bei Kysyl mit dem Kleinen Jenissei (Kaa-Chem), der den Südwesten der Republik durchfließt und aus zwei aus der Mongolei kommenden Quellflüssen entsteht.


Kysyl. In der Hauptstadt Kysyl liegt der geographische Mittelpunkt Asiens.

Turkvolk. Die Tuwiner sind ein Turkvolk und stellen die Mehrheitsbevölkerung in der Republik. Die Tuwiner sind eine der größten Minoritäten in Sibirien und neben den Jakuten in der Republik Sacha als einzige in einem autonomen Gebiet Sibiriens gegenüber den Russen in der Mehrheit.

Tuwinische Khöömei + Kargyraa. Ein besonderes „Markenzeichen“ der tuwinischen Kultur ist der dort gepflegte Kehlgesang (tuwinisch: Khöömei für Kehle), die höchste Stufe des Obertongesangs (tuwinisch: Sygyt), wobei gleichzeitig mehrere Töne angestimmt werden, und Untertongesang (tuwinisch: Kargyraa). Ein bekannter Vertreter dieses speziellen Gesangs und der tuwinischen Musik ist die Gruppe Huun-Huur-Tu. Durch die Präsentation dieser Gesangskunst unter anderem durch diese Musikgruppe in Konzerthallen wie der New Yorker Carnegie Hall erreicht die Kultur Tuwas auch die westliche Gesellschaft.

Eine spezielle Kunst der Kehlsänger in Zentralasien ist der Gebrauch von Untertongesangstechniken, die man auf tuwinisch Kargyraa (Untertongesang) nennt. In der Regel wird der erste Unterton der Grundstimme, die erste Subharmonische, als Grundton verwendet. Dadurch wird das Obertonspektrum des Sängers bzw. der Sängerin stark erweitert. Der Begriff Kehlgesang wird oft synonym für zentralasiatischen Obertongesang verwendet. Das führt aber gelegentlich zu Verwechslungen.

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[ #ethnologie ] Throatsinging: Free mp3 - Kanadische Inuit Songs


Inuit, im Singular Inuk, ist der Name, den sich dieser Teil der indigenen Völker Kanadas selber gab und bedeutet in ihrer Sprache Inuktitut "Menschen". Die Bezeichnung Eskimo ist eine fremdbestimmte.

Throatsinging. Die charakteristischen Elemente der Inuit-Musikkultur sind der Kehlgesang (Throat singing) und die Rahmentrommel. Sie kommt in vielen verschiedenen (größeren und kleineren) Formen vor. Doch sie wird immer mit einem Schlägel gespielt; doch nicht der Schlägel wird gegen das Trommelfell geschlagen, sondern man schlägt mit dem Rahmen der Trommel auf den Schlägel. Das Fell der Trommel wird vom Schlägel meist nicht berührt.

Trommel. Die Rahmentrommel ist von großer Bedeutung bei den sonst bei keinem Volk der Erde mehr üblichen Liederwettstreiten. Die Vortragenden kämpfen um den Sieg durch Präsentation ihrer Lieder. Den Sieg trägt nicht der davon, der etwa durch Texte die besseren ethischen Werte repräsentiert, sondern derjenige, welcher durch sein musikalisches Können die anderen übertrumpft. Dazu zählen einerseits ein ästhetischer Aspekt; andererseits auch Tugenden wie körperliche Stärke und Kraft, da das lange Spiel der Rahmentrommel sehr mühsam ist. Die Wettkämpfe stehen oft in Zusammenhang mit rituellen Festlichkeiten. Dazu werden eigens Festiglus errichtet.


Kehlkopfgesänge waren typisch für die Inuitgruppen in der zentralen Arktis (Netsilik, Igloolik, Karibueskimo) und in der östlichen Arktis (südliches Baffinland, Labrador, nördliches Quebec). Ausserhalb des Inuitgebietes findet man bei einigen Völkern Sibiriens (Tuva, Mongolen, Kasachen, Yukagiren) sowie bei den tibetanischen Mönchen und den Ainu, der Urbevölkerung Japans, eine ähnliche Virtuosität des Kehlkopfes. Das traditionelle „Throat singing“  und auch der rituelle Trommeltanz erheben keineswegs einen kompositorischen Kunstanspruch in unserem europäischen Verständnis; sie dienten sowohl der Unterhaltung als wohl auch mythisch-religiösem Brauchtum.

Oft wird der Liedvortrag durch einen Tanz ergänzt. In Grönland werden tendenziell kleinere Trommeln verwendet als in Alaska. Der kehlige Gesang ist einstimmig, oft responsorisch, d.h.die Gruppe antwortet einem Vorsänger und ist charakterisiert durch einen absteigenden Melodieduktus. Die Songs sind eher ein Spiel, bei dem die Geräusche mit dem Kehlkopf gebildet werden, als ein Gesang im europäischen Sinne. Die Laute entstehen beim Ein- und Ausatmen im Kehlkopf und die Frauen benötigen eine starke Lunge, da sie während des Vortrages nicht zum Atmen kommen.In der Regel wurden die Songs von zwei Frauen, seltener auch allein oder zu mehreren gesungen. Manchmal wurde das Kehlkopfspiel auch durch Mimik und Gebärden unterstützt. Beim Paarsang stehen sich die Sängerinnen ganz nah gegenüber und singen sich abwechselnd an. Ein Kehlkopfduett endete, wenn eine der beiden Frauen physische, psychologische, kreative oder musikalische Erschöpfung signalisierte und aufgab – weil sie beispielsweise außer Atem geriet, unfähig wurde das Tempo mitzuhalten oder ein neues Motiv zu initiieren.

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