Auftraggeber war der aus Hohenems stammende Oberkantor Salomon Sulzer (1804–1890) von der Wiener jüdischen Gemeinde. Sulzer, der für seine Baritonstimme berühmt war, sang auch bei der ersten Aufführung im Sommer 1828 die Solopartie. Sulzer war ein Reformator der Synagogenmusik.
In der Folge der durch Aufklärung und Französischer Revolution eingeleiteten bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden (sog. Judenemanzipation) gab es auch von jüdischer Seite das Bestreben, aus der jahrhundertelang erzwungenen Ghettosituation auszubrechen, sich dem gesellschaftlichen Umfeld anzugleichen und das Jüdisch-Sein im Sinne einer Konfession ähnlich einer christlichen aufzufassen.
Ein Bestandteil dieser Bestrebungen war, die Musik in der Synagoge – in dem es traditionell nur den Sologesang des Kantors gab – der christlichen Kirchenmusik durch Verwendung der Orgel und des mehrstimmigen Chorgesangs anzupassen. Diesem Ziel wollte Sulzer mit der Neufassung der kultischen Musik in seinen Sammelbänden Schir Zion I und II dienen. Damit schuf er für die Judenheit eine Sammlung gottesdienstlicher Musik, vergleichbar den Kantatenjahrgängen von Johann Sebastian Bach.
Für den ersten Band hatte er eine Reihe christlicher Komponisten zur Mitarbeit eingeladen, u.a. auch Franz Schubert. Dieser war entsprechend seiner undogmatischen Religiosität – wie sie sich u.a. in seinen Briefen und Notizbüchern darstellt – offensichtlich auch frei von antijudaistischen Vorurteilen, wie sie zu seiner Zeit durchaus gang und gäbe waren.
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- 17.6.14 [Letzte Aktualisierung, online seit 17.6.13]
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